Kaleidoskop

zyklische bewegung – rechtes bein – linkes bein – tritt die pedale – übertrage kraft auf kette

gedanken reihen sich wie perlen – kette mit ungleichen gliedern – ist nur so stark, wie das schwächste – kette reißt, bruchstücke – in wasserlachen und ölpfützen – das bild – tausendfach gebrochen -  fahles licht der strassenlaternen – und dazwischen der wunsch die gedanken zu ordnen. schaffe es nicht. zu viele eindrücke, die verarbeitet werden wollen. doch ich kann sie nicht festhalten, kaum bin ich dem einen eindruck auf der spur, kann ihn benennen, kann ihn verstehen, schiebt sich von tief innen der nächste nach vorne, drängelt, will auch verarbeitet werden. heraus kommt lediglich ein kessel von kaleidoskopischen gedanken, die ein wenig geschüttelt ein neues bild ergeben. kein bild bleibt und wird interpretiert. ich trete auf der stelle und komme nicht weiter. intuitiv vergesse ich das atmen nicht. versuche dennoch das eine oder andere ansatzweise zu begreifen. die andere zyklik im leben: aufstehen, nahrungsaufnahme, nach draußen, arbeiten, nach draußen, nahrungsaufnahme, schlafen. alles zerrt an mir. gute ratschläge soll ich geben, entscheidungen treffen für andere. wer gibt mir einen ratschlag? wer will für mich entscheiden?

will nichts mehr entscheiden, will keine guten ratschläge geben, noch nicht einmal schlechte. will mich nicht ganz aufgeben. will weiterhin ich sein. will keinem wehtun. will weitermachen. nur womit? zwischendurch bücher, lieder, die mich erinnern, was ich dereinst wollte, wer ich dereinst war. will daran anknüpfen. ist das denn noch zeitgemäß? und für wen oder was mache ich das?

tod atomkraftwerke  stuttgart libyen ägypten zu guttenberg – als gäbe es nicht gutes. muss darüber auch nachdenken, meine position finden, meine meinung formulieren. will meistens keiner hören. auch egal.

heute ist karfreitag im jahr 2011 und die tagesschau sagt mir um 20.15h in dieser reihenfolge:

libyen, syrien, fukushima, krafreitagsprozession in jerusalem unter bewachung israelischer sicherheitskräfte, seehofer will doch die maut für pkw. na wenigstens eine nicht ganz so desaströse nachricht. das positivste wird für den schluß aufgehoben: das wetter. am osterwochenende soll es warm sein, über 20°C. wär ja auch beschissen, wenn auch noch das wetter verhagelt wäre. und morgen? geht es weiter. der krug geht so lange zum brunnen, bis er bricht.

viel fehlt mir nicht mehr dazu.

Bonifatius

Über bonifatius

Leidenschaftlicher Kölner und Löwenfreund mit Hang zur mittelalterlichen Literatur. Aus Prinzip dagegen und deswegen Demokrat. Zeige alle Beiträge von bonifatius

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